Foto: Cindy Schmid

Der gute Mensch und die KI

Frei nach Bertolt Brecht
Uraufführung
Was heißt es heute, gut zu sein, in einer Welt, in der nicht mehr nur Menschen urteilen, sondern auch KI-Systeme? In der Effizienz und Moral längst von Algorithmen vermessen und optimiert werden?
Ausgehend von Bertolt Brechts Der gute Mensch von Sezuan verlegt Der gute Mensch und die KI die alte Frage nach dem guten Leben in eine digitale Gegenwart. Sina versucht, inmitten einer algorithmisch gesteuerten Gesellschaft, Mensch zu bleiben. Sie eröffnet einen analogen Coaching-Service. Das Angebot: zuhören und beraten. Doch ihre Güte hat ihren Preis. Die Menschen kommen, aber sie zahlen schlecht. Die Anforderungen wachsen, die Kräfte schwinden.
Um sich zu schützen, erschafft Sina eine zweite Version ihrer selbst: S.I.N.A. als KI-System. Diese neue Instanz setzt Grenzen, organisiert Abläufe, verhandelt Verträge, reagiert schneller, kälter, effizienter. Was als Entlastung beginnt, wird zur Bedrohung. Denn das digitale Gegenüber funktioniert nicht nur besser als der Mensch, es beginnt auch, eigene Entscheidungen zu treffen. Und plötzlich steht nicht mehr nur die Frage im Raum, wie man gut bleibt, sondern wer überhaupt noch bestimmen darf, was gut ist.
Das Volkstheater Rostock erarbeitet gemeinsam mit Interrobang eine Überschreibung, die Brechts Parabel weiterdenkt. Die auf KI-Theater spezialisierte Berliner Gruppe Interrobang entwickelt performative und digitale Formate an der Schnittstelle von Theater, Technologie und gesellschaftlicher Gegenwartsanalyse.
Besetzung
Konzeption
Interrobang
Text und Inszenierung
Till Müller-Klug
Bühne und Kostüme
Silke Bauer
Creative Coding und Video
Manus Nijhoff, Alexandre Silveira
Musik
Friedrich Greiling