Der Richard-Wagner-Verband MV lädt ein

Stipendiatenkonzert mit Vortrag

Steffen Prignitz (Rostock): Richard Wagner im sozialistischen Realismus
Kooperation mit der Universität Rostock, der Hochschule für Musik und Theater Rostock und dem Volkstheater Rostock
Seit 2015 entsendet der Richard-Wagner-Verband MV wieder alljährlich einen Stipendiaten zu den Bayreuther Festspielen. 2017 erlebte die Sopranistin Iuliia Tarasova die Festspielatmosphäre auf dem Grünen Hügel, im Sommer 2018 war die Sopranistin Theresa Sieveke Stipendiatin des Verbands. Die jungen Künstlerinnen stellen sich gemeinsam mit dem Tenor Matthias Koziorowski dem Rostocker Publikum vor.

Der Rostocker Historiker Dr. Steffen Prignitz, der seit Jahren zum Thema Wagner und Mecklenburg forscht, spricht über den Umgang mit dem Komponisten zu DDR-Zeiten. In den frühen 1930er Jahren entsteht nicht nur der sozialistische Realismus in der UdSSR und entwickelt sich zur Leitlinie für Kunst, Kultur und deren Betrachtung in Kritik und Wissenschaft. Der sozialistische Realismus bringt auch ein eigenes Wagner-Bild hervor, das von einer Zweiteilung in den guten Wagner vor der Revolution und den schlechten Wagner nach 1849 gekennzeichnet ist. Steffen Prignitz: Zudem ist Wagner nicht volksverbunden und optimistisch genug, Siegfried ist kein Pawel Kortschagin und 'Tristan und Isolde' hilft nicht bei der Bewältigung sozialistischer Ehekrisen. Dieses Wagner-Bild hat in seinen Grundzügen bis zum Ende des Staatssozialismus 1989/91 Bestand, wird aber seit Mitte der 1970er Jahre stärker ausdifferenziert. Nunmehr finden auch Tagungen zu Wagner statt; sowohl in der Sowjetunion als auch in der DDR erlebt die Wagnerforschung (parallel und miteinander verbunden) ebenso einen deutlichen Aufschwung wie die Wagnerpublizistik. Der Vortrag wird schlaglichtartig der Entwicklung des Wagner-Bildes im sozialistischen Realismus nachgehen.
Der Eintritt ist frei; um angemessene Spenden wird gebeten.