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Treffen der Fördervereine mit dem KulturministeR Am 09. September 2009

 

Nach der Verabschiedung des sogenannten Eckpunkte- und Diskussionspapiers zur weiteren Entwicklung der Theaterlandschaft im August 2008 haben sich die Fördergesellschaften der Theater und Orchester im Land zusammengefunden.

Während zu einem ersten Treffen im September 2008 nur einige Gesellschaften an einem Gespräch mit dem Kultusminister teilnahmen, fand ein zweites Treffen mit Minister Tesch am 9. September 2009 mit nunmehr Vertretern von zehn, also nahezu allen Fördergesellschaften statt. 

Auch dieses zweite Treffen fand auf Initiative der Gesellschaften statt und allein der Umstand, dass sich der Minister gemeinsam mit seinem Staatssekretär und Abteilungsleiter zwei Stunden Zeit für dieses Gespräch genommen haben, zeigt zum einen die Wertschätzung für die Arbeit dieser ehrenamtlichen, für ihre Theater eintretenden Vereine und zum anderen auch das Interesse für der Tätigkeit. Leider blieb der Minister einige Antworten zu verschiedenen Fragen schuldig.

Die Vertreter der Fördergesellschaften wiesen bei aller Wertschätzung der auf den Weg gebrachten notwendigen Strukturveränderungen in der Theaterlandschaft unter anderem und sehr kritisch darauf hin, dass durch den Vollzug des Eckpunkte- und Diskussionspapiers nicht nur der Wille der Theater auf der Strecke bleibt, sondern auch die sogenannten theatertragenden Kommunen in Zwangssituationen gebracht werden. Da der Minister eindeutig darauf hingewiesen hat, dass die Eckpunkte nicht verhandelbare Rahmenbedingungen darstellen, deren Umsetzung jedoch unter Vorlage belastbarer Unterlagen diskutiert werden kann, ist deutlich geworden, dass die Landesregierung unter Rückzug auf finanzielle Rahmenbedingungen – bis 2020 festgeschriebene jährliche Zuwendungen – die Entwicklung der Theaterlandschaft in zwei Kulturkreise als unumkehrbar ansieht.

Die Fördergesellschaften sehen die Notwendigkeit von strukturellen Veränderungen, stehen dem vorgezeichneten Weg jedoch sehr kritisch gegenüber, da unter Zurückstellung der Interessen der jeweiligen Vereine für ihre Theater befürchtet wird, dass zum einen die erwarteten betriebswirtschaftlichen Einsparungen durch Fusion und Zusammenarbeit nicht eintreten (können), in jedem Fall jedoch ein erheblicher Verlust der künstlerischen Vielfalt und Qualität aber auch die Identität der die Theater und Orchester tragenden Zuschauer mit ihrem jeweiligen Theater vor Ort und im Land verloren gehen.

Die Fördergesellschaften haben deshalb nicht nur Hinweise und Empfehlungen ausgesprochen, sondern an den Minister auch appelliert, Theater in seiner Bedeutung als Wirtschaftsfaktor für das Tourismusland Nr. 1 in Deutschland, Mecklenburg-Vorpommern zu beachten und den Bildungsauftrag, der mit künstlerisch anspruchsvollem Theater, insbesondere auch für die Perspektive junger Menschen in unserem Land verbunden ist, nicht aus dem Auge zu verlieren.

Die Theatergesellschaften werden die weitere Umsetzung des Eckpunkte- und Diskussionspapiers kritisch verfolgen. Zwischen dem Minister und den Vereinsvertretern ist verabredet worden, dass es kurzfristig weitere Gespräche auch zu einzelnen Sachthemen geben wird, um das Engagement und die Kompetenz der Interessenvertreter der Theaterbesucher zu nutzen.

 

Holger Saubert

Stellv. Vorsitzender




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