Foto: Dorit Gätjen

Theaterzauber in der alten Schiffbauhalle

Olaf Grambow entwirft und koordiniert erneut die Ausstattung der Halle 207.
Ist es eine besondere Herausforderung, eine alte Schiffbauhalle zu einer Spielstätte umzugestalten?
Olaf Grambow: Es ist ein langer Weg von einer leeren Werfthalle zu einer ansprechenden und ausgestatteten Spielstätte, da hier die technischen Möglichkeiten, die sonst in einem Theater oder auf einer Bühne vorhanden sind, komplett fehlen. Nur mit der Kreativität einer tollen Theaterwerkstatt und durch die Zusammenarbeit aller technischen Gewerke funktioniert diese Verwandlung.

Was erwartet die ZuschauerInnen beim Volkstheatersommer 2018?
Olaf Grambow: Ich habe versucht, mit der Außen- und Innengestaltung einen Bogen zu spannen. Lichter, das Torportal, der Vorplatz sollen optisch auf die zu erwartenden Vorstellungen einstimmen. Für Der Bajazzo wurde eine Zirkusarena in die Halle gebaut (Bühne: Albert Lang), in der sich die SängerInnen und ArtistInnen dem Publikum präsentieren. Auf eine tolle farbenfrohe Bühne mit mehreren Spiel- und Tanzebenen für die DarstellerInnen und TänzerInnen - mit viel Licht und einem satten Sound - dürfen sich  die ZuschauerInnen bei Hair freuen. Beim Familienstück Die Abenteuer des Tom Sawyer kann ich eine verzaubernde Landschaft versprechen, bemalte Gazewände und eine Bühne, die sich drehen wird.

Sie sind gelernter Zimmerer und haben als Musikinstrumentenbauer gearbeitet? Wie kamen Sie ans Theater?
Olaf Grambow: Ja, ich bin gelernter Zimmermann - ein toller Beruf. Da ich früher Musik gemacht habe und meine Posaune zu oft (durch grobmotorische Zimmermannshände) kaputt war - hat sich Musikinstrumentenbaumeister Münkwitz erbarmt und ich durfte in seiner Werkstatt als Gehilfe arbeiten und lernen, was es heißt, ordentlich mit Instrumenten umzugehen bzw. diese zu reparieren. Zum Theater bin ich durch mein Elternhaus gekommen. Mein Vater schrieb auch Theaterkritiken. Mich hatte es damals nach Dresden verschlagen und ich brauchte Arbeit und war kein Frühaufsteher. Der Rat meines Vaters: Versuch es am Theater! Und da bin ich noch heute - auch als Frühaufsteher.

Sie sind gebürtiger Rostocker, leben und arbeiten aber seit vielen Jahren in Berlin? Was vermissen Sie an der Hansestadt?
Olaf Grambow: Stimmt. Ich wurde in Rostock geboren, bin aber seit 30 Jahren in Berlin (zur Zeit am Deutschen Theater Berlin). Ein besonderer Ort in Rostock ist für mich immer noch der Stadthafen. Als Jugendlicher war dieses Gebiet nicht zu betretendes Grenzgelände. Das hat gedanklich immer ein erhebliches Reisefieber in mir ausgelöst. Toll, dass man heute mitten in der Stadt ans Wasser kommt, den WassersportlerInnen zuschauen kann und dieser lange Kai von so vielen Menschen so vielseitig genutzt wird. Ein Treffpunkt der ganzen Stadt - AnglerInnen, JoggerInnen, StudentInnen, TouristInnen usw. - das hat einen echten Mehrwert für eine Stadt. Ansonsten genieße ich es sehr, alle Wege mit dem Fahrrad erledigen zu können, das geht in Berlin leider nicht. Meine Favoriten sind die  Altstadt oder auch der  Barnstorfer Wald. Und wenn ich es mal schaffe, treffe ich  Rostocker Jugendfreunde.
Vom 3. Juni bis zum 29. Juli 2018 präsentiert der Volkstheatersommer in der Halle 207 das Familienstück Die Abenteuer des Tom Sawyer nach Mark Twain, die Oper Der Bajazzo, das Musical Hair sowie Konzerte der Norddeutschen Philharmonie Rostock.