"Bei mir herrscht jederzeit nur Scherz und Heiterkeit": Maria Hilmes als Frau Luna mit Katharina Kühn (Stella) und dem Opernchor des Volkstheaters
Foto: Dorit Gätjen

Die Frau im Mond

Die Sängerin Maria Hilmes tritt in dieser Spielzeit mit zwei Hauptpartien im Musiktheater auf: Leonore und Frau Luna
Maria Hilmes wuchs in der Nähe von Kassel auf und sang dort bereits in ihrer Schulzeit kleine Partien am Staatstheater. Nach ihrem Studium in Hamburg und Köln wurde sie mit dem ersten Preis beim Gesangswettbewerb des Landesmusikrates Nordrhein-Westfalen ausgezeichnet und war Finalistin beim Belvedere Wettbewerb Wien sowie im Meistersingerwettbewerb Nürnberg. Ihr erstes Engagement führte sie an die Vereinigten Bühnen Krefeld/Mönchengladbach, anschließend war sie neun Jahre am Theater Dortmund und sang dort Partien wie Octavian im Rosenkavalier, Dorabella in Così fan tutte, Niklasin Hoffmanns Erzählungen.

Mit Leonore in Fidelio hatten Sie vor einigen Wochen Ihr überaus erfolgreiches Debüt in Rostock. Welchen Stellenwert nimmt diese Partie in Ihrem Repertoire ein?
Maria Hilmes: Die Leonore ist für mich in jeder Hinsicht eine Traumrolle. Das Spektrum ihres Weges in die menschlichen Abgründe, ihr Mitleid mit ihrem gefangenen Mann zu erspüren und stimmlich nachzuvollziehen, ist eine spannende Aufgabe. Beethoven hat eine, sagen wir mal, leicht sperrige Art, mit der Singstimme kompositorisch umzugehen; das verlangt eine besondere Konzentration auf die Gesangstechnik. Belohnt wird man dann mit einem Energieschwung nach der Befreiung. Diese Komplexität habe ich selten so intensiv bei einer Rolle erlebt.

Worin liegen die Herausforderungen der Partie?
Maria Hilmes: Die Leonore erfordert eine enorme stimmliche Kondition. Vielleicht kann man es mit einem Langstreckenlauf vergleichen: Man braucht noch Reserven für den zweiten, deutlich dramatischeren Teil, um an das Ziel zu gelangen.

Mit der Titelrolle aus Paul Linckes Frau Luna singen Sie nun in einem völlig anderen musikalischen Genre. Wie schalten Sie von dem einen zum anderen Stück um?
Maria Hilmes: Im Grunde ist die Arbeit auch bei der sogenannten leichten Muse dieselbe wie bei Beethoven. Besonders spannend ist für mich die Beschäftigung mit dem Text, dem ja, wie man so schön sagt, nichts Menschliches fremd ist. Sehr schön ist für mich auch in diesem Fall die Zusammenarbeit mit dem Dirigenten Martin Hannus und dem Regisseur Dominik Wilgenbus, die mir helfen, für die Frau im Mond einen eigenen Ton zu finden.