Foto: Frank Hormann

Von Hamburg über St. Petersburg und Linz nach Rostock

Die Sopranistin Laura Meenen singt die Partie der Nedda in „Der Bajazzo“
Wie verlief Ihr bisheriger Weg am Theater und wie kam es zu diesem Rollendebüt? 
Laura Meenen: Ich bin zurzeit Solistin im Jungen Ensemble des Mariinsky Theaters in St. Petersburg. Letztes Jahr habe ich mein Studium in St. Petersburg beendet und mache gerade meinen Master-Abschluss in Wien. Zum Engagement als Nedda im Bajazzo kam es durch einen Opernwettbewerb in Linz, Competizione dell‘Opera. Nachdem ich dort vorgesungen hatte, wurde ich gefragt, ob ich mich um die Rolle der Nedda bewerben wolle. Ich habe mich über diese Chance sehr gefreut, denn es kam wirklich ganz unerwartet! 

Worin liegt für Sie die Herausforderung dieser Partie? 
Laura Meenen: Obwohl die Oper nicht sehr lang ist, ereignet sich emotional so viel, dass man in der Rolle der Nedda quasi ein ganzes Leben durchlebt. So viele Farben und Facetten ihres Charakters müssen gezeigt und gefühlt werden! Das Ganze spiegelt sich auch in der Musik wider und muss stimmlich entsprechend rüberkommen. Das Schwierige dabei ist, einen kühlen Kopf zu bewahren, um stimmtechnisch immer sicher zu bleiben. In den veristischen Opern geht es ja weniger um das schöne Singen, wie im Belcanto, sondern mehr darum, die wahren, echten, auch hässlichen und schroffen Gefühle und Charaktere zu zeigen. 

Was war für Sie besonders an der Arbeit in Rostock? 
Laura Meenen: Ich bin sehr froh, solch wundervolle Kollegen zu haben, die mich in allem sehr unterstützt haben! Überhaupt war das ganze Team sehr bemüht, eine besondere Atmosphäre zu erschaffen, die das Publikum in eine andere Dimension entführt. Die Arbeit mit dem Regisseur Peter Lotschak hat mir erlaubt, in mir selbst nach neuen Farben zu suchen und in eine neue Welt einzutauchen. Ich bin ihm sehr dankbar dafür. Musikalisch hat Manfred Hermann Lehner so viel Gefühl und Verständnis für diese Musik aufgebracht und mit uns geteilt, dass es für jeden einfach eine Freude ist, an den Aufführungen mitwirken zu dürfen. Rostock selbst ist ein kleines Schmuckstück! Ich habe mich hier sehr wohlgefühlt, da mich die Stadt sehr an meine Heimatstadt Hamburg erinnert. Außerdem werden wohl alle zustimmen, dass das Wetter einfach unerwartet fantastisch war!