Thomas Häntzschel

Ich bin ein großer Mozart-Fan

Die Sopranistin Katharina Kühn singt in ihrer zweiten Spielzeit am Volkstheater Rostock
Frau Kühn, wie verlief Ihr bisheriger Weg am Theater?
Schon während meines Studiums hatte ich das Glück, am Stadttheater Bremerhaven und am Gerhart-Hauptmann-Theater Görlitz zu gastieren und erste Erfahrungen zusammeln. Das war aufregend, sehr lehrreich und es wurde mir klar, dass ich später unbedingt am Theater arbeiten möchte. Nach meinem Aufbau-Studium in Dresden bekam ich dann die Chance, mich im Opernstudio des Theaters Lübeck in kleinen und mittleren Partien auszuprobieren - ein toller Start in das Berufsleben. Gleich im Anschluss kam ich 2016 ans Volkstheater Rostock und bin nach wie vor sehr glücklich darüber.

Welche Rollen waren Ihnen hier in Rostock bisher die liebsten?
Die Frage ist gar nicht so leicht zu beantworten, gerade die Vielseitigkeit der Rollen hat ihren Reiz. Aber die Blonde in Mozarts Entführung aus dem Serail ist einfach eine meiner absoluten Lieblingsrollen, ich bin ein großer Mozart-Fan. Mozart hat meist so komponiert, dass es für den Zuhörer spielerisch und leicht klingt, dabei ist es in der Umsetzung alles andere als das... Diese Herausforderung hat mich am meisten an der Entführung aus dem Serail gereizt, und ich hoffe sehr, diese Partie irgendwann noch einmal singen und spielen zu dürfen. Diese Spielzeit hat mir die Rolle der Clorinda in Rossinis Cenerentola viel Spaß bereitet. Als böse Stiefschwester durfte ich mal so richtig fies, gehässig, brutal und intrigant spielen, ich habe noch nie zuvor eine solche Rolle gespielt, aber wir haben auch unfassbar viel gelacht während der Proben...

Aktuell singen Sie Ännchen in der Neuinszenierung von Carl Maria von Webers Freischütz. Was bedeutet Ihnen diese Rolle?
Als ich erfuhr, dass diese Saison der Freischütz kommen würde, war ich ganz aus dem Häuschen... Für eine Soubrette (so nennt sich mein Stimmfach) ist die Rolle des Ännchens eine große Fachpartie mit zwei eigenen Arien - diese Partie wünscht wahrscheinlich jede junge Sängerin einmal singen zu dürfen. Die besagten Arien habe ich schon oft bei Vorsingen vorgetragen und freue mich jetzt um so mehr, sie auf der Bühne zusammen mit der Norddeutschen Philharmonie Rostock musizieren zu dürfen.