Foto: Sabine Hauswirth

3 Fragen an... Isabella Gergor

Regisseurin von „Eine Nacht in Venedig“ für den Volkstheatersommer in der Halle 207
Was ist das Besondere an Eine Nacht in Venedig? 
Isabella Gregor: Zur Entstehungszeit des Stückes - die Operette wurde 1883 uraufgeführt - hatte Venedig die glorreichen Zeiten als Welthandelszentrum bereits hinter sich und konzentrierte sich auf den Karneval als Attraktion. Zudem ist und war Venedig als Stadt der Liebe bekannt - schon mal ein klug gewählter Ausgangspunkt für eine Operette: Karneval und die Liebe! Eine Nacht in Venedig ist in ihrer Struktur eine klassische Verwechslungskomödie, deren Geschichte fantasievoll ist, aber auch zu Verwirrungen neigt. Sie hat keinen Anspruch auf Beschreibung einer Realität und wählt deshalb den Ausnahmezustand des Karnevals, in dem alles erlaubt ist und moralische Grenzen leichtfüßig überschritten werden. Man könnte auch sagen, es ist ein Spiegel der zügellosen Gesellschaft, die sich im Wasser der venezianischen Kanäle als verzerrtes Abbild spiegelt und dabei Standesunterschiede überwindet. Uns begegnet eine Welt, die einiges auf die Spitze treibt und sich über menschliche Schwächen lustig macht. Das Besondere ist nicht zuletzt die Musik: Eine walzerselige Strauß-Operette, die in Venedig spielt. Es muss für Strauß und die Librettisten Geneé und Walzel eine inspirierende Herausforderung gewesen sein, venezianisches Flair zu verbreiten – und dies gilt auch für uns! 

Wie möchten Sie das venezianische Flair in die Halle 207 zaubern? 
Isabella Gregor: Wir werden das Temperament der Italiener und das italienische Leben, das sich auf der Straße, an den Molen zwischen Brücken und Bootsanlegestellen und in Bars abspielt, auf die Bühne bringen. Das führt mich geradewegs zur Ausstattung. Wir haben uns für eine nicht realistische Bühne entschieden. Aber trotz Stilisierung wird man alles, was Venedig ausmacht, sehen können: Gondeln, den Bug eines Fischerbootes, venezianische Häuserfronten, die auch in der venezianischen Realität nur durch ihre Fassaden und Inneneinrichtung glänzen und uns daher zu übertrieben reicher Innenausstattung im Palazzo des Herzogs animiert haben etc. Einen großen Zauber werden die kunstvollen Kostüme und Masken des Karnevals verbreiten, bei denen der Kostümbildnerin und den Werkstätten des Hauses keine Grenzen der Fantasie gesetzt sind. 

Drei Gründe, warum jede und jeder diese Aufführung erleben sollte? 
Isabella Gregor: Erstens: Fantastische SängerInnen und SchauspielerInnen und die wunderbare Musik von Strauß, die von italienisch anmutenden Tarantellen und Barkarolen bis zur Polka und zum Wiener Walzer reicht. Zweitens: Die opulente Ausstattung mit fantasievollen eigens für unsere Nacht kreierten Karnevalskostümen und Masken. Und drittens: Komödie, Humor, Poesie und Verführung im und um den venezianischen Karneval!