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Eine kurze Geschichte
Was wäre eine Stadt ohne Theater? Was wäre Rostock ohne das Volkstheater?!
Das müssen wohl schon unsere Vorfahren erkannt und gelebt haben,
denn immerhin stammt der nachweislich älteste gedruckte Theaterzettel
Deutschlands von 1520 aus Rostock.
Vornehmlich wandernde Schauspielergruppen sorgten sich bis in das
19. Jahrhundert hinein um theatralische Belehrung und Erbauung der
Rostocker Bürger, ehe die Stadt eine eigene stehende Bühne finanzierte.
Wie die Protagonisten wechselten die Spielorte, vom mittelalterlichen
Marktplatz über das " Ballhaus" im 17. zum "Comödienhaus" im 18.
Jahrhundert, ehe 1786 das alte Stadttheater entstand. Durch einen
Brand 1880 zerstört, konnte schon 1895 ein größeres, schöneres Theater
eingeweiht werden, welches 1942 zerbombt wurde. Seither begnügt
sich die gewachsene Ostseemetropole Rostock mit einem zum Theater
umgebauten Provisorium als Hauptspielstätte.
Über die Qualität der Aufführungen, anfänglich meist geistliche
Mysterien-, Fastnachtsspiele und Schulkomödien, gibt es lediglich
lückenhafte Auskünfte. Von Theaterkunst darf wohl erst seit 1751
gesprochen werden, als die Schönemannsche Schauspieltruppe, darunter
Conrad Ekhof, in Rostock gastierte. Höhen und Tiefen folgten, ehe
man in den ersten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts, sicher auf etwas
selbstgefällig, vom "Norddeutschen Bayreuth" und den Rostocker Wagner-Inszenierungen
sprach.
In den 60er und 70er Jahren entstanden Schauspielaufführungen, die
selbst außerhalb der DDR für Aufsehen sorgten. Der Spielplan wurde
von den Intendanten bestimmt, von der Zeit und der Gesellschaft,
sprich Obrigkeit, in der sie lebten. Persönlichkeiten wie Schönemann,
Hagen oder Perten schrieben Rostocker Theatergeschichte. Unzählig
die Generationen von Künstlern, die auf den Brettern, welche ihre
Welt bedeuten, agierten - zur Freude des Rostocker Publikums, auch
zu ihrem Verdruß, immer aber Anstoß zum Austausch über das Ereignis
THEATER.
Die politische Wende 1989 änderte viel am Volkstheater Rostock.
Wenn es ehemals 700 Mitarbeiter waren, die hier Theaterkunst machten,
sind es heute keine 350 mehr. Die Diskussionen über die Etats des
Theaters verstärkten sich, die Intendanten wechselten, manch kulturpolitisches
Thema, manch Skandal wurde wichtiger, als die abendliche Aufführung.
Allein, es mußte sich kein Regisseur oder Autor mehr einen Gedanken
machen, ob "sein" Thema irgendwelche Mißfallensbekundungen oder
aber Verbote nach sich ziehen würde. Damit trat aber auch die politische
Wirksamkeit der Bühnenarbeit mehr und mehr in den Hintergrund.
Ins neue Jahrtausend ging das Volkstheater Rostock mit stetig aber
langsam anwachsenden Besucherzahlen, einigen nicht wegredbaren künstlerischen
Erfolgen und der Hoffnung, dass die Hansestadt ein Bekenntnis zur
künstlerischen Zukunft des Rostocker Theaters in seiner 116. Saison
abgeben würde. Nunmehr sind die Weichen gestellt. Es geht weiter...
Philharmonie 1908
Norddeutsche Philharmonie Rostock Die Norddeutsche Philharmonie Rostock, Orchester des Volkstheaters
Rostock, ist der heute größte Klangkörper des Landes Mecklenburg-Vorpommern.
Wurzeln einer Orchesterkultur in Rostock reichen weit in die Geschichte
der alten Hanse- und Universitätsstadt zurück. 1897 schließlich
wurde mit der Gründung des Rostocker Stadt- und Theaterorchester
eine neue Ära der Orchestergeschichte der Stadt eingeleitet und
der Grundstein für die heutige Qualität und Leistungsfähigkeit der
Norddeutschen Philharmonie Rostock gelegt.
Nachdem GMD Gerd Puls ab 1957 in seiner fast 35 Jahre währenden
Amtszeit einen Klangkörper von Niveau aufgebaut hatte, ließ GMD
Michael Zilm in den Nachwendejahren mit einer ambitionierten Programmgestaltung
aufhorchen, wofür das Orchester mit dem Preis des Deutschen Musikverlegerverbandes
prämiert wurde. Seit Ende der 90er-Jahre sind Michail Jurowski und
Wolf-Dieter Hauschild als Generalmusikdirektoren und Chefdirigenten
sowie Bernhard Klee als Gastdirigent die Namen, welche das Konzertwesen
besonders prägten.
Neben den Bereichen Musik- und Tanztheater präsentiert sich das
Orchester in zehn Philharmonischen Konzerten, die jeweils dreimal
in Rostock erklingen und sich außerordentlicher Nachfrage erfreuen,
Kammerorchesterkonzerten, Kinder- und Jugendkonzerten, Kammerkonzerten
sowie Sonderkonzerten und Gastspielen.
Seit Sommer 2000 gehört die Norddeutsche Philharmonie Rostock mit
drei weiteren deutschen Orchestern zur neugegründeten Europäischen
FilmPhilharmonie. Zu den Aufgaben des Orchesters gehören seitdem
auch Live-Begleitungen von Stummfilmen, Filmmusikkonzerte und Filmmusikeinspielungen
für TV- und Kinofilme.
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